Häufige Fragen

Ziel des Testfelds Friedrichshafen ist es, den Wirtschafts- und Entwicklungsstandort für Unternehmen attraktiv zu halten sowie Forschungsaktivitäten und die Innovationskraft in der Stadt, speziell auch für den Campus Fallenbrunnen, zu steigern. Die Digitalisierung der Infrastruktur hilft neue Mobilitätskonzepte zu schaffen und vorhandene Angebote zu bündeln.
Im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) sind Mobilität der Zukunft und Digitalisierung als wichtige Themen identifiziert, die sukzessive weiterverfolgt werden. Das Testfeld kann im Grunde als ein Baustein der ISEK-Umsetzung verstanden werden.
Bereits seit 2018 werden ausgewählte Ampeln mit Road-Side-Units ausgestattet. Parallel dazu fand eine Aufrüstung des städtischen Verkehrsrechners statt. Das Testfeld wird laufend weiter mit digitaler Infrastruktur ausgerüstet. Der aktuelle Stand diesbezüglich ist der Karte des Testfelds zu entnehmen. Testfahrzeuge mit entsprechenden Empfangsgeräten können die Signale der intelligenten Ampeln empfangen.
Auf dem Testfeld werden ausgewählte Signalanlagen mit Road-Side-Units (RSU) ausgerüstet. Diese RSU sind als weiße Kästen mit kurzen Antennen zu erkennen. Die RSU sind eine Investition in die Zukunft der städtischen Infrastruktur, da die Technik künftig von allen Verkehrsteilnehmern genutzt werden wird. Für Erweiterungen sind im Normalfall keine Straßenbauarbeiten erforderlich, auch Verkehrssperrungen sind nicht vorgesehen, das heißt der Verkehrsfluss am Testfeld wird durch die digitale Aus- und Aufrüstung nicht beeinflusst.
Die Testfahrzeuge sind von außen nicht als solche zu erkennen. Es handelt sich um speziell ausgestattete und umgerüstete PKWs. Alle eingesetzten Testfahrzeuge haben eine Zulassung für öffentliche Straßen. Testfahrzeuge sind heutzutage in ganz Deutschland und in der EU unterwegs. Entwicklungsfahrzeuge hingegen erhalten ihre Straßenzulassung – bei nachgewiesener Funktionsfähigkeit – vom Regierungspräsidium.
Das Testfeld Friedrichshafen verläuft entlang öffentlicher Straßen und wird somit von allen Verkehrsteilnehmern genutzt. Aktuell ist die ZF Friedrichshafen AG mit einigen wenigen Test- bzw. Entwicklungsfahrzeugen auf dem Testfeld unterwegs. Wichtig: Das Testfeld Friedrichshafen versteht sich als offenes Testfeld. Das heißt, es können auch andere Unternehmen und Forschungseinrichtung das Testfeld mit seiner entsprechenden Infrastruktur nutzen. Bei Fragen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf! info@testfeld-friedrichshafen.de.
Automatisiertes Fahren bedeutet, dass das Auto über Zusatzfunktionen und Sonderausstattungen verfügt, um im Straßenverkehr weitgehend alleine fahren zu können. Dass Fahrzeuge vollkommen autonom im Straßenverkehr teilnehmen, ist bei uns aktuell weder technisch noch rechtlich möglich. Testfahrten werden daher von speziell ausgebildeten Sicherheitsfahrern durchgeführt, die zu jeder Zeit hinter dem Lenkrad sitzen und jederzeit die Kontrolle über das Fahrzeug übernehmen können.
Fahrten mit einem Testfahrzeug sind dafür ausgebildetem Fachpersonal vorbehalten und daher für die Öffentlichkeit nicht möglich. Im Rahmen von verschiedenen Forschungs- und Entwicklungsprojekten können speziell genehmigte Fahrzeuge für Testfahrten ausprobiert werden. Dies wird besonders gekennzeichnet. Informationen dazu finden Sie auf der Website unter „Aktuelles“.
Als Oberzentrum weist Friedrichshafen eine hohe Dichte an großen Industrieunternehmen auf. Zudem handelt es sich um einen bedeutsamen Messe- und Tourismusstandort mit entsprechendem Verkehrsaufkommen. Das Testfeld verläuft im Realverkehr und ist gekennzeichnet durch seinen innerstädtischen Verlauf und die Anbindung an die Bundesstraße 31. Die Route verläuft entlang diverser Industrie-Standorte, führt durch die Innenstadt mit Fußgängerzone und umfasst daneben auch Streckenabschnitte im weniger besiedelten Gebiet. Damit beinhaltet die Strecke verschiedene Aspekte, die für das Testen und Erproben im Realverkehr eine wesentliche Rolle spielen, nämlich unterschiedliche Geschwindigkeiten unter anderem Schrittgeschwindigkeit, Fußgängerzone, Tempo 30, 50 und 80 km/h, Stadt- und Bundesstraße sowie einen Tunnel. Die in Friedrichshafen entwickelten, getestet und erprobten Lösungen bieten daher ein auf viele andere Städte und Regionen übertragbares Konzept.
Bei Road-Site-Units handelt es sich um digitale Infrastruktur an den Ampeln bzw. Signalanlagen. Diese senden momentane und künftigen Ampelphasen (SPaT-Nachricht, Signalphase) sowie eine digitale Straßentopologie (MAP-Nachricht) gemäß eines internationalen Kommunikationsstandards. Auf den Verkehrsteilnehmer hat dies keinerlei weitere Auswirkung. Um die Signale empfangen zu können, sind entsprechende Empfangsgeräte (wie in den Testfahrzeugen) nötig. Damit speichert und sendet die Ampelanlage lediglich Hinweise zum Ampelschaltung (grün/gelb/rot). Es werden keine personenbezogenen Daten erfasst.
Bis in einigen Jahren die entsprechende Technik auch in Serienfahrzeuge integriert ist, können vorerst nur Unternehmen und Hochschulen im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten das Angebot wahrnehmen. Die Infrastrukturausstattung aktuell ist daher als eine ganz zentrale Investition in die Zukunft zu verstehen. Das Testfeld bietet darüber hinaus verschiedene Möglichkeiten der Zusammenarbeit und beschränkt sich nicht nur auf die Automobilbranche. Kommen Sie gerne auf uns zu.
Als Teil der städtischen Infrastruktur wird seitens der Stadt Friedrichshafen die Infrastruktur sukzessive erneuert und damit das Testfeld stetig erweitert. Auch im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungsprojekten entstehen Technologien und Infrastrukturkomponenten, die nach und nach zu einer Vergrößerung des Testfelds beitragen. Hinweise zum Testfeld und der vorhandenen technischen Infrastruktur sind der Karte des Testfelds zu entnehmen.
Als„Testfeld Friedrichshafen für automatisiertes und vernetztes Fahren“ ist das Testfeld seit 2018 beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur offiziell gelistet. Dort findet sich auch eine aktuelle Liste mit sämtlichen anderen Testfeldern. Seitens Friedrichshafen besteht Austausch und Vernetzung mit anderen Testfeldern im Rahmen von Arbeitskreisen und Forschungsprojekten.